Dattel gesüßte Mandelmus und Teff Chocolate Chip Cookies

Dattel gesüßte Mandelmus und Teff Chocolate Chip Cookies

Cookies und ich, das ist eine ganz eigene Story. Man könnte sagen, wir sind ein Herz und eine Seele. Als ich dann für Claire so ziemlich alle konventionell gekauften Kekse aufgeben musste, hieß das eine lange Zeit der Abstinenz. Damals kannte ich praktisch keine Kekse ohne Butter, Milch oder zugesetzter Aromen (Geschmacksverstärker) und das war auch gut, denn in denen steckt trotzdem meist allerhand Zucker. Statt der gekauften Kekse gab es dafür umso häufiger meinen reuelosen Kaiserschmarrn und Waffeln ohne Butter und viele andere tolle Dinge, von denen es hier bald mehr gibt. (Das Waffelrezept erwartet euch in Kürze.)

Dattel gesüßte Mandelmus und Teff Chocolate Chip Cookies

Dann begann ich, das Netz wochenlang nach Keksrezepten zu durchforsten, die ohne Butter und vieler anderer Fette auskommen. Irgendeinen Haken gab es immer, häufig war es die Menge des Zuckers, die aber für die Konsistenz wichtig war. Ausgangspunkt für dieses Rezept war dann ein Brownierezept von Foodbabe, das anstatt Butter Mandelmus enthält. Allerdings richtig viel davon. Das war mir erstens zu teuer und zweitens doch zu viel des Guten. Und um ehrlich zu sein, Cookies ziehe ich Brownies ohnehin meistens vor, besonders wenn sie noch warm sind. Und als ich das Rezept dann abgewandelt habe, war ich begeistert! Ein absoluter Volltreffer, zarte Konsistenz, tolle Süße und das bei ausschließlich wertvollen Zutaten: Mandelmus, Datteln, Teffmehl, naja und ein paar Schokotropfen, aber auch ohne schmecken die Kekse toll. Für Claire lasse ich die Schokolade weg und die paar Schokodrops auf meinen Keksen haben ihr noch gar nicht gefehlt. Für meinen Mann und mich mache ich sie mal mit Zartbitterdrops, mal mit Vollmilchdrops. Die enthalten zwar Rohrzucker, aber man braucht kaum mehr als einen Esslöffel davon. Eine liebe Freundin rief mich aber neulich an und erzählte mir von zuckerfreier Schokolade der Marke Lifefood, die ist gesüßt mit Datteln. Es gibt sie online oder in ausgewählten Bioläden. Sicher kann man sie hacken und statt der Schokodrops verwenden.

Die vegane Variante ohne Ei und stattdessen mit Leinsamen habe ich auch für euch, ganz wie ihr mögt. Ich backe beide Varianten, je nach Laune und Kühlschrankvorrat.

Und so komme ich endlich dazu euch Teffmehl vorzustellen. Keine Sorge, wenn ihr es nicht extra kaufen wollt, verwendet ihr einfach Dinkelmehl. Ich liebe aber die Abwechslung und Teff-Mehl ist einfach eine tolle Sache. Es ist verwandt mit Hirse, ein reines Vollkornprodukt Äthiopiens und zählt zu den sogenannten Superfoods, zu denen auch Quinoa und Chia-Samen gehören. Von ihnen habe ich bereits berichtet. Superfoods sind Lebensmittel, die von der Natur mit exorbitant vielen Nährstoffen ausgestattet sind. Ich bin inzwischen ein richtiger Superfood Junkie und es warten noch einige tolle Nahrungsmittel in meinem Vorratsschrank darauf, euch von mir vorgestellt zu werden!

Erst einmal ist Teffmehl geschmacklich wirklich angenehm. Es unterscheidet sich optisch und auch geschmacklich kaum von hellem Weizenmehl, ist aber ein (glutenfreies) Vollkornprodukt.  Ich finde Teff hinterlässt ein etwas anderes Mundgefühl, sofern man es nicht mit anderen Mehlsorten mischt aber ich glaube das bemerke ich nur, weil ich weiß was ich verwendet habe. Meinem Mann ist das noch gar nicht aufgefallen. Die Mineral- und Nährstoffe von Teff sind in hohem Anteil vorhanden: Eisen, Magnesium, Phosphor, Zink, Kupfer, Mangan, um nur einige zu nennen. Teff ist gut verdaulich und wirkt basisch gegen übersäuerten Magen. Ihm wird nachgesagt, das am besten geeignetste Mehl für die Ernährung von Babys, Kleinkindern, Schwangeren und Senioren zu sein, da es das Nervengerüst, das Immunsystem sowie die Organe schützt und kognitive Fähigkeiten verbessert. Sportler schätzen Teffmehl aufgrund des hohen Proteinanteils. Ich finde außerdem interessant, dass es eine Stärke enthält, die langanhaltende Energie spendet und  im Gegensatz zu vielen anderen Mehlsorten kaum in Zucker aufgespalten wird.  Das wiederum wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel und das Appetitverhalten aus.

Teff ist allerdings kein günstiges Mehl und es wird ohnedies empfohlen, nur 30% der Mehlangaben durch Teffmehl zu ersetzten, damit das Backergebnis nicht verändert wird. Ausnahmen bestätigen die Regel und so ist das mit diesen Keksen.

Was Mandeln und Datteln betrifft: Laut Studien wirken die nährstoffreichen Mandeln bei regelmäßigem Verzehr gegen Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck. Datteln sind ein weiteres Superfood und übrigens der Lieblingssnack meiner Claire.

Neulich dachte ich, ich falle hinten über vor Lachen. Seit drei Wochen explodiert Claires Wortschatz, es macht so viel Spaß, dabei zu sein! Sie wollte unbedingt Datteln snacken und ich sagte, sie hatte doch schon zwei. Sie sagte „Nich nein, doch!“ Herrlich, wie sie mich um den Finger wickeln kann, in diesen Situationen! Also sagte ich, mir das Lachen verkneifend, „Okay, aber nur noch eine.“ Und sie „Nich eine, vier!“ Was wird da noch kommen!

Eine Konversation zu den Mandelmus-Teff Cookies habe ich auch noch für euch. Sie fand abends zwischen meinem Mann und mir statt, als ich ihm, zugegeben gemeinerweise, nur zwei Kekse übergeben konnte.
„Veronika ich will mehr von diesen Keksen, sie sind zu lecker. Sofort! Sie sind auch süß genug. Keine Ausreden, dass Claire so viele gegessen hat.“
Ich entschuldigend: „Ist aber so, sie hatte mehr als ich!“
„Ist mir egal, ich will mehr!“
„Ich hab keine mehr, es tut mir ehrlich leid!“
„Veronika bitte, das ist gemein! Jetzt!“

Ihr seht, vielleicht wollt ihr die Portion lieber verdoppeln, wenn ihr zu dritt seid. Oder bloß nicht verdoppeln, wenn ihr sie alleine isst. Für mich haben bis jetzt immer vier Stück gereicht, aber vielleicht auch nur, weil der Rest dann ohnehin von Claire und meinem Mann aufgegessen wurde. Daher kann ich euch auch nicht sagen, wie lange man sie lagern kann. Soweit haben sie es hier noch nie gebracht.

Dattel gesüßte Mandelmus und Teff Chocolate Chip Cookies , ergeben 12 Stück
Zubereitungszeit 20 Minuten, Backzeit 8 Minuten

Die von mir verwendete Dattelsorte heißt Mozafati und stammt aus dem Iran. Diese Datteln sind besonders dick und saftig und unvergleichlich schmackhaft, man erhält sie im Orientladen. Alternativ können alle anderen Dattelsorten verwendet werden. Dann solltet ihr nicht die hier angegebene Stückzahl sondern das Gewicht beachten und sie evtl. für ein paar Stunden in Wasser einweichen, damit ihr sie zerdrücken könnt. Wer keine Datteln verträgt oder bekommt kann Kokosblütenzucker verwenden. Davon habe ich bereits hier geschwärmt.
Teffmehl und Mandelmus erhält ihr im Bioladen oder Reformhaus sowie hier und hier online.

Einkaufsliste
70g Mandelmus
5 Mozafati Datteln oder 50g entsteinte Datteln einer anderen Sorte, alternativ 50g Kokosblütenzucker
6 EL Hafermilch oder andere Milch (Dinkelmilch, Reismilch und Hirsemilch sind ebenfalls leicht süßlich, Nuss- oder Kuhmilch geht genauso)
50g Teffmehl oder anderes Mehl
1 Ei (Größe M) oder 2 TL geschrotete Leinsamen, 5 Minuten aufgequollen in 3 TL Wasser, mit 9 zusätzlichen TL Getreide-, Nuss- oder Kuhmilch
gemahlene Bourbon-Vanille, Salz
wahlweise 1 ½ EL Zartbitter- oder Vollmilchschokoladentropfen (Vollmilch schmeckt süßer) auch gehackte Nüsse oder getrocknete Beeren schmecken toll

Zubereitung
Das Mandelmus im Glas gut verrühren und 70g davon in eine Schüssel geben. Hinzu kommen 1 Ei oder die Leinsamenmischung mit zusätzlicher Flüssigkeit, sowie 50g entsteinte, weiche Datteln. Alles mit der Gabel so lange zerdrücken und verrühren, bis die Datteln bestmöglich zerkleinert sind. Feine Stücke dürfen erhalten bleiben.
Den Ofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
Jetzt 50g Teffmehl, 1 Messerspitze Bourbon-Vanille, eine Prise Salz und evtl. Schokotropfen, gehackte Nüsse oder getrocknete Beeren hinzufügen. Alles mit der Gabel weiter verrühren, bis eine einheitliche Masse entstanden ist.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mit einem Esslöffel als Maßstab den Teig in größeren Abständen auf das Blech kleksen und in Cookie-Form bringen. Evtl. weitere Schokotropfen auf den Cookies verteilen. Nun die Cookies für 8 Minuten auf mittlerer Höhe des Backofens ausbacken, oder bis sie eine leicht bräunliche Farbe erhalten.
Die Cookies ein paar Minuten auskühlen lassen und unbedingt noch warm probieren!

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