Drei Kochlöffel und eine Avocado

Drei Kochlöffel und eine Avocado

Wie verbringe ich meine ersten 24 Stunden sturmfrei, seit Claire auf der Welt ist? Ja tatsächlich, mit Kochen! Naja und fotografieren und Buch lesen und lange duschen und ja echt auch Küchenschränke putzen (man war das an der Zeit) und ein bisschen auch mit (Durch!)Schlafen. Aber für Letzteres wollte ich einfach viel zu viel schaffen!

Ich habe einen ganz besonders lieben Mann, der mir zu Weihnachten samt elf anderen wunderschönen Unternehmungen, die er für die kommenden Monate für uns geplant hat, einen ganzen Tag mit Nacht nur für mich geschenkt hat. Sturmfrei also, die ersten 24 Stunden ohne Kind und Mann nach fast genau zwei Jahren. Wahnsinn – und ich Depp putze Schränke! Immerhin konnte ich dabei über mich lachen. Vieles hätte ich gerne geschafft: Fingernägel lackiert, im Buchladen gestöbert – um bloß nichts zu kaufen, denn der ungelesene Bücherstapel hier neben mir ist hoch genug, aber einfach diese Luft schnuppern. Klingt alles ein wenig, als wäre ich endlich dem Gefängnis entkommen. So ist es natürlich nicht! Um nichts in der Welt möchte ich mein Leben mit Kind wieder hergeben, auch wenn ich einen Wusel habe, die im Bücherladen ein bisschen ein Chaos anrichten würde!

So und also nochmal, was habe ich mit der sturmfreien Bude gemacht? Mädels eingeladen! Einfach mit Freundinnen vor mich hin kochen und danach ganz ohne Zeitdruck  unsere Werke fotografieren, genau so wollte ich es haben!  Bis auf, dass wir kaum gekocht, dafür umso mehr geschnattert und viel zu spät und unter Zeitdruck fotografiert haben, als das tolle Licht fast weg war. Egal!

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Und wisst ihr was? Ich hätte kein Buch spannender gefunden!

Kennengelernt habe ich Julietta und Anni erst vor kurzem beim Food-Fotografie Workshop von liz&jewels. Unsere ähnliche Denkrichtung in Sachen Ernährung, die nicht allzu große Entfernung unserer Wohnorte und schlicht blanke Sympathie haben sie mich lieb gewinnen lassen und so schreiben wir uns seit dem hin und her, erfreuen uns mit und für einander an neuen Blogposts und – es war eine Frage der Zeit – wollten uns wiedersehen!

Und gemeinsam kochen und zwar jede etwas für die Anderen und damit es auch passt, zu einem Thema. Daher die Avocado. Denn die passt in wirklich jeden Gang. Ja, auch ins Dessert. Vor Annis Torte hatte ich keine Ahnung, dass man statt Butter Avocado im Kuchenteig verwenden kann.  Und man schmeckt sie nicht mal raus und erhält zudem alle wertvollen Nährstoffe. Ohhh ja, das ist genau mein Ding!

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Ich liebe Avocados seit meiner lieben Freundin Dominica und meinen acht Jahren in Wien. Für Dominica war die Avocado schon ganz alltäglich, ich hatte sie zuvor nie gegessen. Denn meine Mutter kauft sie bis heute nicht, dabei ist sie völlig zu Unrecht als Kalorienbombe verpönt. Na gut, wenn man sie mit einer Gurke vergleicht, steigt sie da schlecht aus, denn ihr Fettgehalt ist einer der Höchsten unter den Frucht- und Obstsorten. Aber was sie alles für Wunder mit sich bringt, das rechtfertigt die Kalorien!  (Genau deshalb zähle ich keine Kalorien, denn auf die kommt es eben nicht an.) Die Vitamine der Avocado boosten unser Immunsystem, kümmern sich um Haut, Augen, Knochen und Zähne. Ihr wertvolles Fett kümmert sich zudem um die Vitamine der dazu eingenommenen Obst- und Gemüsesorten, die durch die Avocado bis zu doppelt so gut aufgenommen werden können. Im Grunde reicht dafür schon ein Esslöffel, aber Avocado macht außerdem satt und ist einfach zu lecker für nur so eine Miniportion!

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Fotorechte: juliettaseasons.com

Wegen ihrer wertvollen Nährstoffe, dem angenehm milden Geschmack, ihrer leichten (nämlich vorwiegend  rohen)Verarbeitung, ihrer unproblematischen Verdauung und der tollen weichen Konsistenz wird die Avocado in Australien Babys gerne als Beikost gegeben, noch ehe sie Karotten und Co. kennenlernen. So in etwa habe ich das mit Claire auch gehandhabt, vor allem weil ich selbst Avocado in Kombination mit Ziegenfrischkäse auf meinem Morgenbrot liebe!

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Fotorechte: juliettaseasons.com

Julietta hatte sich für uns und ihren Blog der saisonalen Küche einen Avocado-Quinoa-Salat ausgedacht, der bahnbrechend lecker war! Für drei Gänge gab es davon ziemlich viel, so dass einiges übrig blieb. Abends wieder alleine,  hatte ich ihn weggeputzt. Tolle Farben, nussige, weiche Avocado, säuerlicher Apfel, crunchige Karotten, so gut! Das Rezept findet ihr auf ihrem erfrischenden Blog Julietta Seasons.

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Ich bin hingegen zu so gar keiner Vorbereitung gekommen und habe mir schlicht schnell ein gut klingendes Rezept aus dem Internet gefischt. Dabei bin ich auf die Seite von Deliciously Ella gestoßen. Ein Blick dorthin lohnt absolut, sofern euch Englisch nicht stört.

Wie bei mir sonst selten, habe ich Ellas Rezept eins zu eins nachgekocht. Wir stellten alle drei fest, dass der Anteil von Säure und Salz nicht so unser Ding war. Allerdings hätte jede etwas anderes verändert: Julietta mehr Salz als ich, Anni weniger Limette, ich weniger Minze. Das war schon ziemlich spannend, vor allem in generellem Bezug auf Mengenangaben, die wir euch Lesern weitergeben.  Wir möchten ja, dass es euch so gut schmeckt wie uns.

Genau deshalb heißt es in meinem Blogtitel auch „Inspirationen für große und kleine Gaumen“ und nicht, wie ich zwischenzeitlich überlegt habe „mit Alltagsrezepten für große und kleine Gaumen“. Wie intensiv oder mild man würzt bleibt eben immer Geschmackssache.

Die Bilder zu meinem Gericht und denen der anderen habe ich dann übrigens Anni und Julietta stibitzt. Fotografisch war das nicht mein Tag. Aber man kann ja nicht alles haben.

Dafür bin ich seit Ellas Rezept aber riesiger Fan von Zucchini-Nudeln! Mit Julienne geschnitten und zwei Minuten im Dampf gegart schmecken sie richtig toll und sind mit Saucen so vielfältig einsetzbar! Inzwischen habe ich mehrfach erneut Zucchini-Spaghetti gekocht, mit zwei sehr leckeren Soßen dazu. Ist schon alles im Kasten, ganz bald bekommt ihr die Rezepte. Ellas Avocado-Minz-Sauce findet ihr bei ihr. Ich poste sie hier nicht, um meinem Prinzip treu zu bleiben, nur Rezepte weiterzugeben, die ich selbst auch immer wieder kochen will.

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Aber diese Geschichte mit Avocado statt Butter im Kuchen, die MUSS ich probieren! Ich habe auch schon eine Idee. Solltet ihr vor mir etwas Tolles damit kreieren, lasst es mich bitte wissen. Das Rezept der wunderschönen veganen Avocado-Torte, sowie Annis Bericht über den Besuch bei mir findet ihr auf ihrem Blog 1akitchen. Anni erzählt euch auch, worauf man beim Kauf von Avocados achten sollte. Diese Zeichnung hier hat sie übrigens für uns aus dem Ärmel geschüttelt.

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In dieser Konstellation wird es uns drei garantiert wiedergeben!

Bis dahin und bis zu meinem nächsten Rezept lasst es euch schmecken und gut gehen!

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