Zu Ostern gesunder Rührkuchen und über Einkorn

Zu Ostern gesunder Rührkuchen und über Einkorn

Heute schreibe ich aus Wien. Gestern war ich mit Claire und meiner Mutter am Ostermarkt an der Wiener Freyung. Jedes Jahr ist er überfüllt mit Bergen verschieden bemalter und verzierter Eier. Immer wenn ich dort bin, muss ich unsere Osterdekoration ein wenig erweitern. Als Studentin habe ich mir meine ersten vier Eier gegönnt, eines davon seht ihr in meinem gesunden Rüblikeks Beitrag vom letzten Jahr. In unserer Studentenzeit haben mein heutiger Mann und ich im 9. Wiener Bezirk ein 20 m2 großen WG-Zimmer bewohnt. Damals war uns ein Ikea Kleiderschrank zu teuer, woraufhin er einen aus Sperrholz baute. Ich mag diese Erinnerungen. Hier lauern sie an jeder Straßenecke!

Gesundes Osterlamm in Kuchenform

Dieses Jahr ist Osterdekoration erstmalig auch Claire wichtig. Noch zu Hause habe ich kurz überlegt, sie Ostern mit diesen Rührkuchen in Osterlamm- und Osterhasenform zu überraschen. Das ging dann zeitlich nicht, weil ich eine Zusammenarbeit mit Etsy.com einging, die sich ein zeitnahes Osterrezept von mir für ihre Homepage wünschten. War ich froh, Claire nicht überrascht zu haben – ich hatte die süßeste Assistentin der Welt! Sie reservierte sich gleich den besten Platz neben dem Fenster (meinen üblichen) mit einem Geschirrtuch als Unterlage, zog den Vorhang zu (das gibt weicheres Licht), brachte allerhand Spielzeug und Osterdekoration herbei, stylte ihr Tuch und „knipste“ wild mit meiner quitschpinken Jugendkamera, die „zu meiner Zeit“ noch mit Filmrolle funktionierte.

Zuckerfreier Osterkuchen

… Um dann hinterher dem eigentlichen Hauptdarsteller kuschelnd die Show zu stehlen. Ich musste draufhalten… und euch die Bilder zeigen!

Gesunder Osterkuchen

Ach, mein Herz!

Anschließend gab es ein Picknick auf dem Boden, gleich vom Set, und zusammen tilgten wir beinahe das gesamte Osterlamm. So lecker ist es!

Das Rezept enthält mehr Fett als meine üblichen Rezepte und doch etwas weniger als übliche Kuchen. Es ist für Claires Geburtstag entstanden, in meinem letzten Beitrag seht ihr ihn in Stockwerkform. Für Claire gibt es keinen Grund, Fett zu reduzieren, das mache ich in meinen Rezepten für mich, denn die beste Stoffwechselverbrennung ist mir nicht gerade angeboren. Seit Claire Butter wieder verträgt, gibt es sie durchaus bei uns, wenn ich sie für mich auch sparsam einsetzte. Natives Kokosöl ist einfach zu gut. Leider ist bei Butter, die ich hier im Bioladen bekomme, nichts zur Haltung der Tiere ausgezeichnet. Ich wünschte, wir hätten Zugang zur selbstgemachten Butter der Alm-Bäuerin, die wir aus dem Urlaub in der Steiermark kennen. Sie war so gut! Auf Margarine greife ich trotzdem nicht zurück, denn ich kenne keine ohne künstliche Zusätze, gehärtete Fette oder Palmöl, für das leider Regenwälder gerodet werden.

Kokosblütenzucker gibt dem Kuchen einen wunderbar karamellig aromatischen Geschmack, dafür wird er auch dunkler. Wer mag, kann ihn durch Dattelzucker ersetzten, von dem dann etwa 20 g mehr gebraucht werden, weil er weniger süßt. Mit 40-50 g Kokosblütenzucker liegt der Kuchen immer noch weit unter den Angaben eines üblichen Rührkuchens, für den hier sonst 150 g raffinierter Zucker veranschlagt wäre. Das geht ganz einfach deshalb, weil raffinierter Zucker sonst nach kaum etwas schmeckt, außer süß. Und weil Teff- und Einkornmehl enorm leckere Aromen mitbringen!

Gesunder Karamell Rührkuchen

Einkorn ist eine Urform des Weizens, sozusagen entfernt verwandt, wurde schon von den Steinzeitmenschen als Hauptnahrungsmittel verwendet und von alten Ägyptern eingesetzt. Da Weizen ertragreicher wächst, verdrängte er Einkorn von seinem Thron und machte ihn für uns bislang unbekannt. Glücklicherweise wurde das gelbliche Korn von Bio-Bauern wiederentdeckt. Es ist zwar aufwändiger im Anbau, dafür aber auch widerstandfähiger gegen Krankheiten und Keimlinge, auch ohne den Einsatz von Pestiziden. Im Vergleich zu Weizen enthält es doppelt so viele Proteine, hält somit besonders satt, liefert überdurchschnittlich viele Mineralstoffe, Spurenelemente wie Eisen und Magnesium und Carotinoide, die positiven Einfluss auf unsere Sehkraft und unser Immunsystem nehmen. Einkorn wird meistens besser vertragen als Weizen, ist aber auch teurer und nicht immer überall zu bekommen, aber ich liebe es! Es schmeckt so aromatisch und dabei so gar nicht zu gesund. Leider bekommt man in den meisten Bioläden nur das ganze Korn. Wer keine eigene Mühle hat, kann in Bioläden und Reformhäusern nachfragen, oft gibt es Mühlen zur freien Bedienung. Andernfalls nenne ich euch weiter unten online Bezugsquellen.

Ich backe seit einer Weile sehr, sehr gerne mit Einkorn, aber auch mit Kamut oder Emmer. Diese alten, nährstoffreichen Getreidesorten lassen sich toll in ihren Vollkornvarianten einsetzten. Wie immer gilt es, beim Ausprobieren ganz persönlich auf das eigene Körpergefühl zu lauschen und festzustellen, ob es bekommt. Nachdem ich für Claire auf Weizen verzichten musste und feststellte, dass das auch mir gut tat, griff ich lange vor allem auf Dinkel zurück. Nach wie vor schätze ich Dinkel für seinen Geschmack und seinen Nährwert sehr. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass zu viel Dinkel wie zu viel Weizen wirken kann – irgendwann kann es dem Körper zu viel werden. Ich habe darüber keine Studien gelesen, es ist eher meine eigene persönliche Feststellung nach Jahren: Vielfalt ist wichtig, auch bei den Getreidesorten! Daher musste ich Einkorn einfach zum Star dieses traumhaften Kuchens machen!

Ich wünsche euch kommendes Wochenende  ein wunderschönes Osterfest! Wenn ihr noch überlegt, was ihr den ganz Kleinen verstecken könnt, werft gerne noch einen Blick auf meinen Beitrag vor zwei Jahren. Was versteckt ihr dieses Jahr?

Einkorn Rührkuchen mit Kokosblütenzucker

„Karamelliger“ Einkorn-Rührkuchen in Osterform 

Ergibt einen Rührkuchen in Form eines Osterlamms oder eine kleine Geburtstagsstockwerktorte (beides etwa 1 Liter). Für Osterlamm und Osterhasen (etwa 500 ml) verdopple ich die Menge und backe zusätzlich ein paar Muffins.
Wer zwar Birkenzucker, aber keinen Birkenpuderzucker bekommt, kann sich seinen mit einem Hochleistungsmixer mit Deckel, also zB. einem Smoothiemaker (Blender) oder Food Processor in ein paar Sekunden selber machen. Nur Vorsicht beim anschließenden Deckelöffnen, besser kurz warten.
Wenn nicht im Bioladen, findet ihr hier Einkorn online zum selber mahlen, hier Einkornmehl. Auch den Chiemgaukorn-Shop kann ich sehr empfehlen.

Ihr braucht:
150 g Einkornmehl (alternativ Dinkelvollkornmehl)
40 g Teffmehl oder mehr Einkorn (bzw. Dinkel)
40-50 g Kokosblütenzucker
1 Prise Salz
1-2 Msp. Bourbon Vanillepulver
1/2 gestr. TL (Weinstein-) Backpulver
100 g flüssige Butter, geschmolzenes mildes Kokosfett oder natives Kokosöl (oder eine Mischung aus Butter und Öl)
2 Eier
70 – 100 ml Milch (z.B. Hafer- oder Dinkelmilch)
etwas Öl und Mehl für die Form
Birkenpuderzucker (Xylit) zum Bestäuben

Und so wird’s gemacht:
1   Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die trockenen Zutaten mit einem Löffel verrühren. Eier, Butter oder Öl (so kühl wie möglich, aber dennoch flüssig) und Milch hinzufügen und mit einem Handrührgerät zu einem glatten Teig mischen.

2  Die Backform erst einfetten, dann mit Mehl bestäuben, den Teig hineingießen. Den Kuchen auf mittlerer Schiene etwa 35 Minuten backen. Einen Zahnstocher in den Teig stecken. Haftet beim Herausholen kein Teig mehr daran, ist er fertig.

3  Jetzt kommt der schwierigste Teil: Vor dem Herauslösen aus der Form 5-10 Minuten Geduld haben. Erst dann den Kuchen stürzen, auf einem Rost abkühlen lassen und mit Birkenpuderzucker  bestäuben.

*Ich bedanke mich bei Etsy.com (Online-Marktplatz für Handgemachtes und Vintage) für das Sponsoring dieses Beitrags.

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