Tamari-Lunchbowl - und über Mochireis und Avocadoöl

Tamari-Lunchbowl – und über Mochireis und Avocadoöl

Es ist ruhig hier. Grund sind Urlaubstage und die letzten abschließenden Arbeiten am Buch. Es ist seltsam, aber ich lerne eine ganz neue Seite an mir kennen. So ausdauernd habe ich noch nie an einem Projekt gearbeitet. Ich bin gewöhnlich der Typ, der zu große Anstrengungen scheut. Das ist wie mit Disziplin, die ist auch nicht so meines. Manchmal höre ich von euch, wie ihr meine Disziplin bewundert, an gesunder Ernährung dranzubleiben. Ich kann es gar nicht erklären, aber es ist wirklich keine Disziplin! Es ist schlicht lecker! Und für meine vorige Ernährungsweise müsste ich inzwischen ganz schön viele neu entdeckte Zutaten über Bord werfen – no way!

Ich stelle fest, dass meine Küche im Sommer öfter als sonst unter asiatischem Einfluss steht, wohl weil sie leicht (easy) und leicht (light) sein kann. Asiatische Soßen sind vielfach zu Gemüse kombinierbar und da ich Getreide immer gleich für zwei Tage koche, ist das Gericht dann schon fast fertig.

mit Avocadoöl gebackene Möhren

In diesem Fall mische ich japanischen Mochi-Reis mit dem nährstoffreichen Pseudogetreide Quinoa und koche beides im selben Topf. Mochi-Reis wird auch Süßreis genannt und hat eine schöne Klebeeigenschaft, ist bei uns in der Vollkornvariante in Bioläden erhältlich. Quinoa pur, Hirse oder ein anderer Vollkornreis sind sehr leckere und zusätzlich gesund nährende Alternativen. Dazu gibt es bei mir heute gebackene bunte Möhrenstreifen, die dünn mit dem Sparschäler geschnitten schnell backen und dabei leicht Chips-artig werden. Tomaten kommen kurz mit ins Rohr. Ich schneide Avocado, richte das schnelle Dressing her, portioniere alles zusammen in einer Schüssel, träufle das Dressing darüber und schon ist es angerichtet.

Zum Backen und Braten verwende ich seit einer Weile neben nativem Kokosöl gerne natives Avocadoöl, weil es so hitzeunempfindlich ist. Es wird aus dem fetthaltigen Fleisch der Frucht gewonnen, verströmt im ersten Erhitzungsmoment einen eher fremden Geruch, der aber nach kürzester Zeit verfliegt. Dann schmeckt und riecht das Öl neutral. Es passt ebenso gut in Dressings und ist fernab der Küche die perfekte Creme für trockene Haut. Falls ihr es wie ich ausprobieren wollt: Dieses verwende ich und ihr findet es z.B. im Bioladen.

Wenn es das Wetter zulässt, knautschen Claire und ich uns nach dem Essen wohl genährt im Garten in den Hängestuhl. So sehr ich dachte, die sechs Wochen Sommerferien mit ihr werden mich zurück werfen, weil ich neben der Arbeit am Kochbuch kaum zum Bloggen komme, so sehr genieße ich gerade die Entschleunigung unter tags. Das Buch ist fast fertig und es gefällt mir selber wirklich unheimlich gut! Die Küche darf nach diesem Mammut-Projekt aber auch ein wenig runterfahren, da sind mir schnelle Gerichte mit wenig Geschirraufwand wie dieses die liebsten.

Schnell und mit wenig Aufwand ist meine Blogger-Kollegin Stefanie vom Blog schmecktwohl bestimmt auch gerade am liebsten. Bei ihr darf ich heute einspringen und Gastblogger sein, während sie an ihrer Masterarbeit sitzt. Auf schmecktwohl zeigt sie animierende Gemüsegerichte, hat zuletzt dieses Mama-Kochbuch fotografiert, was mich gar nicht wundert, denn ihre Bilder mag ich sehr! Sie selbst habe ich zweimal getroffen und beide Male waren viel zu kurz. Im Herbst wollen wir gemeinsam in der Küche stehen. Allen Bloggern, die ganz neu beginnen, empfehle ich wärmsten, sich auch im realen Leben untereinander zu vernetzten, es ist irrsinnig schön und bereichernd, was dabei für Kontakte entstehen!

Lasst auch ihr es euch gut gehen!

Lunchbowl mit Tamari

Einfache Getreide- und Gemüse Lunchbowl mit Tamari und Sesam Dressing  
Reicht für 3 Personen
Wer wie ich das Getreide gerne gleich für den nächsten Tag mit kochen möchte, aber noch Ideen für die Verarbeitung braucht, dem empfehle ich, die Mochi-Quinoa Mischung statt Bulgur in diesem Gericht einzubringen!

Ihr braucht:

60 g Mochi-Reis (Süßreis), anderer Vollkornreis, Hirse oder mehr Quinoa
60 g weiße Quinoa*
4 (bunte) Möhren
2 TL Avocado-, mildes Kokos**- oder Olivenöl
2 EL ungeschälter, weißer Sesam***
1 Zwiebel
2 TL Tamari (weizenfreie Sojasoße)
2 TL Reissirup oder 1 TL anderes natürliches Süßmittel wie Honig oder Ahornsirup
2 Hand voll kleine Tomaten
1-2 Avocado
Meer- oder Steinsalz

Und so wird’s gemacht:

1 Mochi-Reis und Quinoa in einem Sieb mit heißem Wasser waschen, dabei die Körner mit den Händen aneinander reiben. Quinoa verliert so seine Bitterstoffe. Beides in einem Topf mit 250ml leicht gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und mit geschlossenem Deckel 25 Minuten garen und 10 Minuten ohne Hitze restquellen lassen.

2 Den Ofen auf 170 Grad Umluft vorheizen. Die Möhren putzen und mit einem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden. Auf einem Backpapier mit 1-2 TL Öl und wenig Salz mischen und auf dem Blech verteilen. Die Möhren für 10-15 Minuten im Ofen kross backen, dabei beobachten, dass sie nicht dunkel werden. Die Tomaten halbieren, ebenfalls mit ein paar Tropfen Öl vermischen und für die letzten 7-10 Minuten auf einer freien Stelle des Blechs dazu geben.

3 Für das Dressing die Zwiebel würfeln und in 1 TL Öl glasig dünsten. Für eine Minute den Sesam unterrühren, anschließend die Pfanne von der Hitze nehmen. Zwiebeln und Sesam mit Tamari und Reissirup oder anderer natürlicher Süße mischen.

4 Das gekochte Getreide in Schüsseln verteilen, Möhrenstreifen und  Tomaten darauf geben. Avocado schälen, entkernen, würfeln und darauf verteilen und zum Schluss das Tamari-Dressing darüber träufeln.

schnelles Lunch mit Getreide und Gemüse

* Mehr über Quinoa* erzähle ich hier,
** über natives Kokosöl** hier.
*** Sesam ist besonders reich an Eisen und versorgt mit hochwertigen Fetten, die jedoch nur vorsichtig erhitzt werden dürfen.

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